Naturseife: Was bedeuten die wichtigsten Begriffe?
Auf Verpackungen und in Produktbeschreibungen von Naturseife tauchen immer wieder dieselben Begriffe auf: kaltgerührt, überfettet, hautneutral, Sattelseife. Manche davon sind feste, technische Fachbegriffe, andere eher Werbesprache mit einem wahren Kern. Dieses kurze Glossar ordnet die wichtigsten Begriffe ein, die im großen Naturseife-Kaufratgeber nur am Rande vorkommen.
Kaltgerührt / Kaltverseifung
Beschreibt das Herstellungsverfahren, bei dem Öle und Lauge ohne zusätzliche externe Erhitzung miteinander reagieren. Die entstehende Eigenwärme reicht für die chemische Reaktion aus. Kaltgerührte Seifen behalten dadurch mehr empfindliche Inhaltsstoffe und das natürliche Glycerin, müssen dafür aber mehrere Wochen reifen, bevor sie verkauft werden. Das Gegenstück ist die Heißverseifung, bei der zusätzlich erhitzt wird.
Überfettet / rückfettend
„Überfettet” bedeutet, dass bei der Herstellung bewusst mehr Öl verwendet wurde, als die eingesetzte Lauge chemisch vollständig verseifen kann. Der nicht verseifte Ölanteil bleibt in der fertigen Seife als zusätzliches Pflegeöl erhalten. „Rückfettend” ist der gebräuchlichere Werbebegriff für denselben Effekt und wird oft synonym verwendet.
Mild / sensitiv
Diese Begriffe sind nicht rechtlich definiert und sagen für sich genommen wenig über die tatsächliche Verträglichkeit aus. Ein zuverlässigerer Blick lohnt sich auf die Zutatenliste: wenige Inhaltsstoffe, kein zugesetzter Duftstoff und ein hoher Anteil rückfettender Öle sprechen eher für eine tatsächlich milde Rezeptur als das Wort „sensitiv” allein.
Hautneutral
Echte Seife entsteht durch Verseifung und ist damit chemisch immer alkalisch – ein tatsächlich neutraler pH-Wert im Sinne der Hautoberfläche ist bei klassischer Seife nicht gegeben. Die Angabe „hautneutral” bezieht sich in der Praxis meist auf ein mildes Anwendungsgefühl, nicht auf einen gemessenen, neutralen pH-Wert. Mehr zum Thema pH-Wert und Seife lesen Sie im Ratgeber Naturseife vs. Duschgel.
Sattelseife / Kernseife
Sattelseife (englisch „saddle soap“) ist eigentlich eine Lederpflegeseife auf Kernseifenbasis mit rückfettenden Zusätzen wie Wachs oder Lanolin – für Sättel, Schuhe und Taschen, nicht für die Haut. Im Alltag wird der Begriff gelegentlich unscharf für schlichte Kernseife verwendet. Wer sich speziell für unparfümierte Kernseife interessiert, wird auf unserer Partnerseite kernseife-kaufen.de fündig.
Schmelz-und-Gieß-Seife (Melt & Pour) vs. handgesiedet
Schmelz-und-Gieß-Seife ist eine bereits fertig verseifte Rohmasse (oft glyzerinreiche Glasseife), die lediglich erwärmt, eingefärbt, parfümiert und in eine Form gegossen wird – ideal für Bastel-Sets, aber ohne den eigentlichen Verseifungsschritt. Handgesiedete Seife durchläuft dagegen den vollständigen Verseifungsprozess von Öl und Lauge und reift danach mehrere Wochen. Beide Verfahren ergeben „Seife”, der handwerkliche Aufwand und die genaue Zusammensetzung unterscheiden sich aber deutlich.
Duftöl vs. ätherisches Öl
Ätherische Öle werden aus Pflanzen destilliert oder gepresst und sind vollständig natürlichen Ursprungs. Duftöle können naturidentische oder synthetische Komponenten enthalten und sind meist günstiger in der Herstellung. In der Zutatenliste erscheinen beide häufig als „Parfum”, ätherische Öle manchmal zusätzlich mit ihrem botanischen Namen – ein Blick in die vollständige INCI-Liste schafft hier Klarheit.
Beispiel für kaltgerührte, überfettete Naturseife
ASAVO Premium Olivenölseife, handgemachte BIO Seife mit extra-nativem Olivenöl, 100% Naturseife, ohne Parfümzusatz, vegan, 95g
Häufig gestellte Fragen
Ist „kaltgerührt” dasselbe wie „kaltverseift”?
Ist „überfettet” dasselbe wie „rückfettend”?
Ist „hautneutral” eine geschützte, geprüfte Angabe?
Was ist der Unterschied zwischen Duftöl und ätherischem Öl?
Beste Naturseifen nach Hauttyp 2026
Handgesiedete Naturseifen im Vergleich – mit Vor- und Nachteilen auf einen Blick.
Zum Vergleich: Beste Naturseifen nach Hauttyp