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Aleppo-Seife: Geschichte, Wirkung und Kaufratgeber

Juni 2026

Was ist Aleppo-Seife?

Die Aleppo-Seife gilt als eine der ältesten Seifen der Welt und stammt aus der syrischen Stadt Aleppo. Ihre Herstellung ist seit vielen Jahrhunderten überliefert. Das Grundrezept hat sich in all diesen Jahrhunderten kaum verändert: Olivenöl, Lorbeeröl (Laurel Berry Oil), Natriumhydroxid und Wasser.

Was die Aleppo-Seife von anderen Naturseifen unterscheidet, ist das Lorbeeröl – genauer gesagt, das Öl aus den Früchten des Lorbeerbaums (Laurus nobilis). Dieses Öl ist reich an Laurinsäure und ist die charakteristische, traditionelle Zutat der Rezeptur. Eine wissenschaftlich belegte antibakterielle, antifungale oder entzündungshemmende Wirkung auf der Haut gibt es nicht. Je nach Lorbeeröl-Anteil verändert sich vor allem der Duft und die Reinigungsintensität der Seife erheblich.

Die Lorbeeröl-Anteile im Vergleich

5–12% Lorbeeröl: Mild, für die tägliche Nutzung, geeignet für normale bis empfindliche Haut. Sanfter Lorbeerbaum-Geruch.

20–30% Lorbeeröl: Stärker reinigend und intensiverer Eigengeruch. Von vielen mit Haut, die zu Unreinheiten oder leichter Akne neigt, bevorzugt – eine belegte antibakterielle Wirkung gibt es nicht.

40–60% Lorbeeröl: Sehr intensiver Lorbeerbaum-Geruch, für erfahrene Nutzerinnen und Nutzer. Manche mit Neurodermitis-, Schuppenflechte- oder Akne-Neigung greifen dazu wegen des intensiveren Dufts – eine Behandlung dieser Hauterkrankungen ist das nicht, dafür ist eine Hautärztin oder ein Hautarzt zuständig. Nicht für empfindliche oder trockene Haut ohne Eingewöhnung geeignet.

Herstellung und Reifung

Echte Aleppo-Seife wird traditionell in Syrien zwischen November und März hergestellt, wenn das Olivenöl frisch gepresst und das Lorbeeröl verfügbar ist. Nach der Verseifung werden die Seifen zu großen Blöcken gegossen, aus denen einzelne Stücke geschnitten werden. Diese reifen dann mehrere Monate bis Jahre in kühlen, gut belüfteten Lagerräumen. In dieser Zeit oxidiert die Außenschicht und wird braun, während das Innere grün-oliv bleibt – ein untrügliches Zeichen echter Qualität.

Häufig gestellte Fragen

Wie erkenne ich echte Aleppo-Seife?
Echte Aleppo-Seife besteht aus nur vier Zutaten: Olivenöl, Lorbeeröl, Natriumhydroxid (Lauge) und Wasser. Sie hat nach außen eine braune Kruste, innen ist sie grün-oliv. Sie duftet intensiv nach Lorbeer. Auf der INCI-Liste steht: Sodium Olivate, Sodium Laurate (oder Laurus Nobilis Fruit Oil) und Aqua. Fehlt Lorbeeröl auf der Ingredienzienliste oder enthält das Produkt zusätzliche Öle, ist es keine klassische Aleppo-Seife.
Für wen ist Aleppo-Seife besonders geeignet?
Aleppo-Seife wird traditionell bei empfindlicher und trockener Haut geschätzt und von manchen auch bei Neurodermitis-, Schuppenflechte- oder Akne-Neigung als milde, duftstofffreie Reinigung genutzt. Eine belegte antibakterielle oder entzündungshemmende Wirkung des Lorbeeröls gibt es nicht; diese Hauterkrankungen gehören in ärztliche Behandlung. Für normale Haut eignet sich die Variante mit 6–12% Lorbeeröl. Wer einen intensiveren Duft bevorzugt, greift zu 20–40%. Seifen mit 50%+ sind sehr intensiv und für die tägliche Nutzung eher nicht geeignet.
Kann ich Aleppo-Seife als Haarseife nutzen?
Ja, Aleppo-Seife wird traditionell auch zum Haarwaschen verwendet. Sie wird von vielen mit fettiger Kopfhaut oder Schuppenneigung als milde Alternative zu klassischen Shampoos geschätzt – eine belegte Wirkung gegen Schuppen gibt es nicht. Wegen des alkalischen pH-Werts empfiehlt sich nach dem Waschen ein saurer Rinse mit verdünntem Apfelessig, um den pH auszugleichen. Eine Eingewöhnungsphase von 2–4 Wochen ist normal, bevor sich die Kopfhaut an die neue Reinigung gewöhnt hat.